Philipp Otto Runge Stiftung
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Philipp Otto Runge Stipendiaten

Tarje Eikanger Gullaksen

1.10.2011 bis 30.09.2012

3. Stipendiat der Philipp Otto Runge Stiftung

Tarje Eikanger Gullaksen In enger Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle vergibt die Philipp Otto Runge Stiftung zum dritten Mal ein Jahresstipendium an eine junge Künstlerin bzw. Künstler mit Residenzmöglichkeit in Hamburg. In diesem Jahr fiel die Wahl der Jury auf den norwegischen Künstler Tarje Eikanger Gullaksen.

Tarje Eikanger Gullaksen wurde 1973 in Norwegen geboren und zog 2005 nach Berlin, nachdem er an der Königlichen Kunstakademie Kopenhagen sein Studium der freien Kunst und Kunstwissenschaft abgeschlossen hatte. In Einzel- und Gruppenausstellungen war er u.a. in Kopenhagen, Arhus, Oslo, Paris, Stockholm und Berlin zu sehen.

Tarje Eikanger Gullaksen interessiert sich für Situationen, in denen Dinge ihre gewohnten Funktionen verlieren und auf andere Bedeutungszusammenhänge verweisen. Gullaksen spürt in seiner Arbeiten den Stellen nach, in denen ein Repräsentationsmodell in ein anderes übergeht. Gerade anhand dieser Nahtstellen, Übergänge, Sprünge und Übersetzungsmechanismen kann er Sensibilitäten freilegen, die unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit um neue Qualitäten erweitert. Er arbeitet in einem breiten Spektrum künstlerischer Medien wie Film, Text, Installation, Skulptur und Zeichnung.

Seine Arbeitsweise hat die Jury ebenso überzeugt wie das Projekt, das er während seines Stipendiums realisieren möchte. Gullaksen hat die Absicht, inspiriert von Werner Herzogs Buch „Vom Gehen im Eis" (1974), das die Erfahrung eines persönlich motivierten Gewaltmarsches von München nach Paris aufzeichnet, eigene mehrwöchige Wandererfahrungen zu machen und zu reflektieren. Gullaksen verbindet auf diese Weise Ansätze der Spaziergangswissenschaften mit dem situationistischen Dérive, dem sich Treibenlassen im städtischen Raum. Sein bewusstes Wandervorhaben verbindet ihn mit den deutschen Romantikern Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich, die zu den ersten gehörten, die ihre Wanderungen bereits als Teil ihrer künstlerischen Arbeit verstanden und das Prozesshafte dieser Art der Naturerfahrung in ihrem Kunstbegriff mitdenken konnten

 

Tarje Eikanger Gullaksen
Two Trees, 2010
Film installation
Two 16mm projectors with loopers
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Tarje Eikanger Gullaksen

Unfinished Symphony, 2009
Video, 19:04, Super 35 digital
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